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Mode im Mittelalter von Gabriele Klostermann



Hochmittelalter

In der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde der Kleiderschnitt "erfunden" und als Folge davon entwickelte sich zunächst eine recht körperbetonte Mode. Das Kleid der Frau war am Oberkörper eng anliegend, was durch eine seitliche Schnürung gewährleistet wurde. Die Ärmel der Oberkleider konnten sich vom Ellbogen zum Handgelenk hin tütenförmig erweitern oder wiesen im Bereich des Handgelenkes teils bodenlange Schlaufen auf. Der Rockteil des Kleides war weit und endete oftmals in einer Schleppe. Um die größere Stoffülle des Rockteils zu erreichen, wurden Geren (keilförmige Stoffbahnen) in den Rockteil eingesetzt. Die enge Schnürung des Oberteils wurde teilweise noch durch einen Gürtel betont.
Das enganliegende Oberteil, die tütenförmigen Ärmel und die Geren waren auch bei den Männern zu beobachten, allerdings weitaus gemäßigter. Die Kleidung des Mannes war knie- bis knöchellang.
Dem dritten Stand (damals noch hauptsächlich Bauern; die Städte waren erst noch im Entstehen) waren die langen Hängeärmel verboten und das Einsetzen von Geren war auf 4 schmale seitliche Gere beschränkt.


Gegen 1230 verschwanden die exotischen Ärmelformen wieder. Der Ärmel war jetzt am Unterarm eng anliegend. Auch die lange Schleppe verschwand. Der Schnitt war nicht länger körperbetont, sondern A-förmig. Dafür hatte das Kleid der Frau jetzt rundherum Überlänge, so dass es beim Gehen gerafft werden mußte. Das Kleid wurde oft auch mit Gürtel getragen.
Diese Modes läutete das Spätmittelalter ein. Sie blieb im Großen und Ganzen bis Mitte des 14. Jahrhunderts bestehen, es kamen lediglich Accessoires (wie z.B. größere Mengen von Knöpfen) hinzu und eine größere Fülle von Gewandformen, die jedoch alle auf dem Prinzip des A-förmigen Kleides beruhten.

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