Bild: Tempora Nostra: Geschichte sehen - hören - begreifen

FAQ

Hier werden Fragen beantwortet, die uns häufig gestellt werden:

  • Wer steckt hinter "Tempora Nostra"?
    Wir sind eine Gruppe von Leuten, die das Interesse am Thema " Mittelalter" verbindet.
    Wir machen das zwar nicht beruflich, was aber nicht bedeutet, dass wir nicht mit professionellen Mitteln arbeiten, soweit es uns möglich ist neben unseren ganz "normalen" Berufen und sonstigen Verpflichtungen.
    Es macht uns einfach Spaß, anderen etwas von dem zu erzählen, was wir selber herausgefunden haben und was uns selber begeistert.

  • Macht ihr das beruflich?
    Nein! Das Ganze ist für und ein Hobby, und zwar ein sehr zeit- und geldaufwändiges aber auch sehr vielseitiges.
    Wir gehen ganz normales Berufen oder Ausbildungen nach: diverse EDV-Berufe, Sekretärin, Stundent der Gartenarchitektur, Dipl.-Ing. Elektrotechnik.
    Damit finanzieren wir unser Hobby, denn wir betreiben es ja nicht kommerziell.

  • Lebt ihr zu Hause auch so mittelalterlich?
    Nein! Unsere Wohnungen sind ganz normal im Stil des 20./21. Jahrhunderts eingerichtet. Der Rahmen der Normalität wird allenfalls durch die Mengen an Werkzeug und die Größe unseres Werkkellers in unserem Haus gesprengt ;-).

  • Schlaft Ihr auch in den Zelten?
    Ja, weil das auf einer Veranstaltung ohne eigene Räumlichkeiten anders nicht geht.
    Wenn wir jemanden fänden, der Nachts auf unsere Ausrüstung aufpasst und uns ein 3-Sterne-Hotel finanziert, würden wir dieses Angebot liebend gerne annehmen ;-).
    Aber es ist auch durchaus einmal interessant, "im Freien" zu übernachten und dabei nach Möglichkeit nur mit mittelalterlichen Mitteln auszukommen (obwohl niemand von uns auf seine Zahnbürste verzichten wird...).

  • Wo kauft ihr eure Ausrüstung?
    Wir stellen den größten Teil unserer Ausrüstung selber her. Leider kann man ja nicht ins nächste Möbelhaus gehen um eine Truhe aus dem Jahr 1300 zu kaufen oder bei C&A nach "einer Cotta, Ende des 13. Jahrhunderts in Größe 38, extra lang geschnitten und in Rot, bitte" fragen. (Kann man natürlich schon, bringt aber nicht viel... ;-)).
    Das eine oder andere könnte man sich vielleicht bei begabten Handwerkern anfertigen lassen - aber erstens ist das richtig teuer und zweitens hat man da eben doch nicht so die Kontrolle über das Endergebnis, wie man das gerne hätte. Abgesehen davon sind die meisten Handwerker leider nicht in der Lage, sich in die mittelalterliche Formgebung und Fertigungstechniken hineinzuversetzen. Sie finden es oft mit ihrer beruflichen Ehre nicht vereinbar, Dinge absichtlich "schief und krumm" zu machen.
    Bleibt also nur selbermachen... Das hat auch den Vorteil, dass man hinterher eine ganz andere Beziehung zum fertigen Werkstück hat. Das ist teilweise eine ganz neue Erfahrung in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft.
    Bei der Fertigung greifen wir soweit möglich auf die damaligen Techniken zurück. Wir nähen so z.B. unsere Kleidung mit der Hand, unsere Drechselarbeiten werden momentan jedoch noch mit Bohrmaschinenantrieb gefertigt, da im Moment weder Platz noch Zeit für eine mittelalterliche Wipp-Drechselbank sind (das ist eins unserer vielen, vielen Projekte für die Zukunft ;-)).

  • Warum trägt euer Medikus eine moderne Brille?
    Weil es leider nicht anders geht. Sven hat ein ganzes Sammelsurium an Augenkrankheiten, die sich nicht mit Kontaktlinsen ausgleichen lassen.
    Ohne Brille geht es nicht auf Dauer, da bestimmte Arbeiten (z.B. Kochen) halbblind kaum durchführbar sind. Auch die Publikumsarbeit leidet, wenn man seinen Gegenüber nicht erkennen kann und auch dessen Reaktionen nicht wahrnimmt.
    Eine andere Möglichkeit wäre eine mittelalterliche Brille, die ja durchaus schon für das Ende des 13./Anfang des 14. Jahrhunderts nachweisbar ist. Aber auch hier gibt es technische Probleme: die damaligen Brillen bestanden aus konvex (also linsenförmig) geschliffenen Beryllen (daher auch das Wort "Brille"). Die Gläser waren also außen dünner. Bei Sven ist es umgekehrt: seine Gläser sind außen dicker - womit der Einbau ein ein mittelalterliches Brillengestell schon sehr schwierig wird. Vor allem aber wurden diese Brillen mehr als Vergrößerungsgläser benutzt und nicht den ganzen Tag auf der Nase getragen. Und ganz abgesehen davon: bei einem Medikus würde eine solche Sehhilfe vielleicht noch Sinn machen - aber ein Koch hatte mit Sicherheit keinen Zugang zu einem solchen kostspieligen High-Tech-Utensil. Insgesamt würde das Tragen einer solchen Brille ein völlig falsches Bild beim Publikum entstehen lassen.
    Alles in allem sind wir der Meinung, dass ein Besucher sehr wohl sieht, dass es sich bei der Brille um einen eindeutig erkennbaren Anachronismus handelt, der eben einer medizinischen Notwendigkeit entspringt. Oftmals haben auch schon Bemerkungen der Besucher zu der Brille zu einem angeregten Gespräch geführt.
    Jedenfalls sind uns Sven als Person und seine hervorragenden Publikumsarbeit wichtiger als der zugegebenermaßen "Ambiente-störende" Eindruck seiner Brille.

  • Unter welchen Bedingungen kann man bei bei "Tempora Nostra" mitmachen?
    Das Interesse am Hochmittelalter sollte schon vorhanden sein (sonst macht das Ganze auf die Dauer nicht wirklich Spaß). Dann sollte man eine Menge Zeit übrig haben und (leider) auch ein gewisses Pensum an finanziellen Mitteln. Eine einfache Darstellung ist natürlich preiswerter, aber mit ca. 200 Euro für die Grundausstattung (nähere Infos dazu im "Styleguide") muss man schon rechnen (wenn man viel selber machen kann, sonst wird's noch teurer).
    Einem Anfänger helfen wir natürlich gerne, aber der Ansatz zu selbstständigem Arbeiten und Recherchieren muss schon gegeben sein. Wer bei uns mitmachen möchte, sollte immer bedenken, dass unser Hauptziel die Publikumsarbeit ist und nicht das "gesellige am Lagerfeuer sitzen". Wer also auf der Suche nach "Mittelalterromantik" ist oder "ins mittelalterliche Leben eintauchen" will, der ist bei uns mit Sicherheit fehl am Platze ;-).

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