Bild: Tempora Nostra: Geschichte sehen - hören - begreifen

Darstellung

Ziel unserer Darstellung ist es einmal, dem Publikum das Alltagsleben im Mittelalter nahe zu bringen, zum Anderen ist es für uns ein Test der von uns hergestellten Gegenstände und eine Erprobung des angelesenen Wissens.

Dabei geht es uns hauptsächlich darum, bestimmte typische mittelalterliche "Rollen" in Kleidung, Ausrüstung und Tätigkeiten zu erarbeiten. Diese "Rollen" sind daher eher als "Prototypen" anzusehen und sollen nicht unbedingt vom Charakter der darstellenden Person überlagert werden. Das heißt also, dass wir nicht versuchen wollen, "Mittelalter zu spielen" oder "Mittelalter zu leben", sondern es geht darum, Teilaspekte zu erforschen und nachzuvollziehen.
Es soll so z.B. erarbeitet werden, wie die mittelalterliche medizinische Versorgung aussah. Dabei kann man den Einsatz der damaligen Mittel (z.B. das Ansetzen von Blutegeln) selber einmal auszuprobieren (so weit man das heute verantworten kann). Dadurch ist man aber nicht in der Lage, nachzuvollziehen, wie ein Medikus im Mittelalter tatsächlich gefühlt oder gedacht hat.
Wir verstehen "Darstellung" im Sinne von "dieses Bild stellt einen Bauern beim Pflügen dar" und nicht im Sinne von "Theaterspielen" oder "Rollenspiel".

Natürlich könnte man die mittelalterlichen Tätigkeiten auch in moderner Kleidung vorführen. Diese Vorgehensweise wäre vielleicht wissenschaftlicher und weniger emotional. Aber unsere Darstellung wendet sich hauptsächlich an interessierte Laien und nicht an ein vorgebildetes Fachpublikum. Auf die Weise, dass wir eine bestimmte Tätigkeit mit der dazu passenden Kleidung verbinden, kann man sozusagen "automatisch" zusätzlich Informationen über die Kleidung mit unterbringen. Kleidung transportiert damals wie heute bestimmte Informationen über den Träger und auch über die Kultur. Deswegen trägt z.B. heutzutage der Vorstandsvorsitzende einer Bank bei einem Geschäftstreffen einen dunklen Anzug und keine Jeans.
Wir sind der Meinung, dass unsere Form der Darstellung es für das Publikum einfacher macht, einen Zugang zu der Materie "Alltagsleben im Mittelalter" zu finden - im Sinne des Wortes "Infotainment".

Da wir eine kleine Gruppe sind, und auch um den Interessen der Einzelnen entgegen zukommen, kann eine Person durchaus mehrere "Rollen" darstellen. Wichtig ist dabei, dass die Äußerlichkeiten (Kleidung, Ausrüstung) der jeweiligen Tätigkeit entsprechen. So kann es also sein, dass sich die Darstellerin einer Adligen den Tag über hauptsächlich mit Sticken beschäftigt, temporär aber in das Gewand einer Magd schlüpft, um an den Essensvorbereitungen teilzunehmen (das Gemüse putzt sich ja leider nicht von alleine).

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