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Mode im Hochmittelalter von Gabriele Klostermann

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Historische Schnittmuster

Das Gewand der heiligen Klara

Gewand hl. Klara

Das Gewand der heiligen Elisabeth

Gewand hl. Elisabeth

Die beiden obigen Schnittmuster stammen aus dem Museumskatalog "Die Zeit der Staufer", Band V, herausgegeben vom Württembergischen Landesmuseum. Der Katalog ist leider nur noch im Antiquariat zu beziehen (wenn man Glück hat).
Bei den analysierten Kleidungsstücken handelt es sich um die Gewänder der hl. Klara und der hl. Elisabeth.
Beide Gewänder stammen aus dem 13. Jahrhundert. Es sind typische Cottas (Obergewänder), die weit und faltenreich fallen und sowohl mit als auch ohne Gürtel getragen werden konnten. Beide Kleider weisen Überlänge auf, mussten beim Gehen also gerafft werden. Das Kleid der hl. Klara hat zusätzlich hinten noch ein leichte Schleppe. Beide Kleider wurden aus Wollstoff in Köperbindung gefertigt.
Beide Gewänder weisen seitliche Gere (keilförmige Stoffbahnen) auf: das der hl. Klara jeweils 3, das der hl. Elisabeth 2.

Cottas aus Herjolfsnes/Grönland

Cottas aus Herjolfsnes/Grönland

Die hier gezeigten Schnittmuster sind dem Buch "Woven into the Earth" von Else Ostergarn entnommen. Sie werden mit der Radiocarbon-Methode auf 1180 - 1310 datiert. Hier sind eindeutig Mittelgeren zu finden. Diese Gere werden eingesetzt, indem dan die Rumpfstoffbahn von unten (vom Saum) her aufschneidet und den Keil in diesen Schlitz einsetzt - was besonders oben an der Spitze eine ziemliche Fummelei ist.
Ansonsten beruhen sie auf dem gleichen Prinzip wie die obigen Frauen-Cottas.

Weitere historische Schnittmuster, auch aus späteren Epochen, gibt's bei "Some Clothing of the Middle Ages".

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